Dialoge, Entscheidungen, PowerPoint: Ein interaktives Mini-Game

Wer sagt eigentlich, dass Games komplexe Engines brauchen?

Ausschnitt aus dem PowerPoint Game "Mirror to your soul"

Neugierig geworden?

Gleich das Power Point Spiel ausprobieren!

Dieses Projekt ist ein bewusst silly gehaltenes PowerPoint Game, das auf einem simplen, aber wirkungsvollen Prinzip basiert: Dialogoptionen und Entscheidungsbäume. Statt Unity oder Unreal kommt hier ein Tool zum Einsatz, das fast jede:r kennt – und kaum jemand mit interaktivem Storytelling verbindet.

Verlinkt ist das Spiel als Google Slides Dokument – spielbar direkt im Browser.

Interaktivität ohne Game Engine

Das Spiel funktioniert über klickbare Dialogoptionen.
Jede Entscheidung führt zu einer anderen Slide.
Jede Slide verändert den Verlauf der Geschichte.

Bekannte Titel wie Detroit: Become Human oder The Stanley Parable arbeiten ebenfalls mit verzweigten Narrativen, nur in deutlich komplexeren Decision Trees (Entscheidungsbäumen). Das Grundprinzip bleibt identisch: Choice Architecture. (My favourite kind of game ♥)

Warum Entscheidungsdesign so spannend ist

Interaktive Dialoge aktivieren Nutzer:innen stärker als lineare Inhalte. Laut Forschung zur Self-Determination Theory von Edward Deci und Richard Ryan steigert wahrgenommene Autonomie intrinsische Motivation.

(DECI, Edward L.; RYAN, Richard M. Self-determination theory. Handbook of theories of social psychology, 2012, 1. Jg., Nr. 20, S. 416-436.)

Heißt konkret: Sobald Menschen wählen dürfen, fühlen sie sich involviert.

Selbst bei einem minimalistischen, humorvollen PowerPoint Game entsteht dadurch echte Spannung:

  • Was passiert, wenn ich Option A wähle?
  • Gibt es ein „richtiges“ Ende? (Es gibt tatsächlich mehr Enden, am Besten mehrmals spielen!)
  • Wie viele Pfade existieren?

Minimalismus als Konzept

  • Visuell bleibt das Game bewusst simpel
  • Keine aufwendigen Assets (2D > 3D)
  • Keine Animation-Overkills

Der Fokus liegt auf:

  • Timing der Dialoge
  • Humor durch Text
  • Erwartungsbruch
  • Überraschung

Die Limitierung des Mediums wird hier zum Stilmittel. PowerPoint bzw. Google Slides werden zweckentfremdet: vom Präsentationstool zur Spielplattform.

Dieses Projekt demonstriert:

  • Narrative Strukturverständnis
  • UX-Denken in Entscheidungslogik
  • Kreative Tool-Nutzung
  • Low-Tech-Prototyping
  • Humor als Designstrategie

Es beweist, dass gute Spielmechanik nicht von Technologie abhängt, sondern von Konzept und Struktur.

Games beginnen im Kopf

Viele Gamer stellen sich oft ihr eigenes Video Spiel vor. Welches Genre? Welche Geschichte? Was will ich den Spieler:innen mitgeben? Soll es sein wie Candy Crush und Flappy Bird, oder doch zum Nachdenken anregen? Doch wer hat schon das Können und die Zeit 3D Animation, Illustration, Musik Komposition, Code schreiben zu perfektionieren? (Stardew Valley, eines meiner Lieblingsspiele wurde tatsächlich von nur einem Entwickler gemacht.)

Dieses silly Game ist also mehr als nur ein Gag. Es ist ein Experiment darüber, wie wenig man braucht, um Interaktion zu erzeugen. Und vielleicht auch eine kleine Erinnerung daran, dass gute Ideen oft dort entstehen, wo man das Medium neu denkt.

Kleiner Fun Fact: Bereits in der Volksschule habe ich gerne PowerPoint Entscheidungsbäume gebaut. Damals noch mit ClipArt Images und Sounds.

We have come a long way!

Neugierig geworden?

Gleich das Power Point Spiel ausprobieren!

Noch um etwas Geduld. Das Making Off ist noch in Arbeit. 😋

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